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Prusament TPU 95A für flexible Bauteile
Wenn Sie im 3D-Druck an Grenzen stoßen, weil herkömmliche Materialien wie PLA oder PETG zu starr oder spröde sind, schlägt die Stunde von Prusament TPU 95A. Dieses thermoplastische Polyurethan (TPU) wurde speziell entwickelt, um eine Brücke zu schlagen: Es bietet die nötige Elastizität für dynamische Belastungen und gleichzeitig die mechanische Härte, um formstabil und belastbar zu bleiben. Mit einer Shore-Härte von 95A gehört es zu den härteren flexiblen Filamenten, was einen entscheidenden Vorteil bietet: Es lässt sich deutlich einfacher drucken als extrem weiche Varianten, ohne dabei an Funktionalität einzubüßen. Bei BFI3D wissen wir, dass Profis keine Kompromisse bei der Materialqualität eingehen. Deshalb führen wir das Prusament TPU 95A, das unter strengsten Qualitätskontrollen direkt bei Prusa Research gefertigt wird.

Perfekte Wicklung für maximale Zuverlässigkeit: Das Prusament Versprechen.
Warum 95 Shore A? Die goldene Mitte der Flexibilität
Die Wahl der Shore-Härte ist entscheidend für den Einsatzzweck. Während 85A-Materialien oft wie Gummi-Bänder wirken, erinnert Prusament TPU 95A eher an die Härte eines Skateboard-Rades oder einer harten Schuhsohle. Diese Eigenschaft macht es ideal für technische Bauteile. Es absorbiert Vibrationen exzellent, widersteht Stößen und kehrt nach einer Verformung zuverlässig in seine Ursprungsform zurück. Ob Sie nun Dichtungen für den Maschinenbau, Schutzhüllen für empfindliche Elektronik oder langlebige Reifen für RC-Modelle drucken – dieses Material liefert die mechanische Integrität, die Sie für Endprodukte benötigen.

Flexibilität trifft auf Widerstandskraft: Formstabilität auch unter Druck.
Content-Lücke geschlossen: Das kritische Thema Hygroskopie & Lagerung
Ein Punkt, den viele Hersteller verschweigen: TPU ist extrem hygroskopisch. Das bedeutet, es zieht Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft wie ein Schwamm. Schon wenige Stunden in einem Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit können die Druckqualität massiv verschlechtern. Feuchtes TPU äußert sich durch vermehrtes Stringing (Fadenbildung), Knallgeräusche an der Düse (verdampfendes Wasser) und eine unsaubere Oberflächenstruktur. Unsere Experten-Empfehlung für die Lagerung: Bewahren Sie das Prusament TPU 95A immer in einem vakuumversiegelten Beutel mit ausreichend Silica-Gel auf. Sollte das Filament dennoch feucht geworden sein, empfehlen wir eine Trocknung im Filament-Trockner oder Backofen bei 45-50°C für mindestens 6 Stunden. Ein trockenes Filament ist die Grundvoraussetzung für die herausragende Schichthaftung, für die Prusament bekannt ist.
Vergleich: Prusament TPU 95A vs. Flexfill 98A
Oft werden wir gefragt, wo der Unterschied zu Materialien wie Flexfill 98A liegt. Während Flexfill 98A noch ein Stück härter und damit fast schon als semi-flexibel einzustufen ist, bietet das Prusament TPU 95A spürbar mehr elastische Dehnung. Die Bruchdehnung von 580% beim Prusament ermöglicht Anwendungen, bei denen das Material extrem weit gezogen werden muss, ohne zu reißen. Flexfill 98A hingegen eignet sich eher für Teile, die fast gar nicht nachgeben sollen. Prusament TPU 95A ist zudem für seine leicht matte Oberflächenoptik bekannt, die Druckfehler besser kaschiert als hochglänzende Konkurrenzprodukte.
Druckeinstellungen für Profis: Direct-Drive vs. Bowden-Extruder
Der Erfolg beim Drucken von TPU hängt maßgeblich von Ihrem Extruder-System ab. TPU ist wie ein nasser Faden, den man versucht durch ein enges Rohr zu schieben. Je kürzer der Weg zwischen Vorschubrad und Düse, desto besser. Direct-Drive-Extruder: Hier glänzt das Prusament TPU 95A. Sie können mit moderaten Geschwindigkeiten von 30-40 mm/s drucken. Ein Rückzug (Retraction) von 1-2 mm bei ca. 30 mm/s ist oft problemlos möglich. Bowden-Extruder: Hier ist Vorsicht geboten. Aufgrund der Elastizität des Filaments baut sich im Bowden-Schlauch Druck auf. Wir empfehlen hier, den Rückzug komplett zu deaktivieren oder auf ein Minimum (0.5 mm) zu reduzieren und die Druckgeschwindigkeit auf 20 mm/s zu senken, um Staus (Jamming) im Extruder zu vermeiden.
Einstellungen für verschiedene Drucker-Marken
- Prusa MK3S+/MK4: Nutzen Sie das vordefinierte "Prusament TPU 95A" Profil in PrusaSlicer. Es ist perfekt auf die Hardware abgestimmt.
- Bambu Lab X1/P1P: Verwenden Sie das "Generic TPU" Profil, reduzieren Sie jedoch die maximale Volumengeschwindigkeit auf ca. 3 mm³/s, um Unterextrusion zu vermeiden. Vorsicht beim AMS: TPU sollte nicht über das AMS geladen werden!
- Creality Ender Serie: Lockern Sie die Spannung der Extruder-Feder etwas, damit das Zahnrad das weiche Filament nicht plattdrückt.
Tipps zur Vermeidung von Stringing bei TPU
Stringing ist bei flexiblen Materialien die größte Herausforderung. Da sich das Material unter Druck dehnt, hört der Materialfluss nicht sofort auf, wenn der Extruder stoppt. Um die lästigen Fäden zu minimieren, sollten Sie folgende drei Parameter optimieren: 1. Temperatur: Drucken Sie so kühl wie möglich. Starten Sie bei 230°C und tasten Sie sich nach unten. 2. Travel-Speed: Stellen Sie die Leerlaufgeschwindigkeit (Travel) so hoch wie möglich ein (z.B. 150-200 mm/s), damit Fäden schnell abreißen. 3. Wipe-Settings: Aktivieren Sie in Ihrem Slicer die Option "Wipe while retracting", um den Druck in der Düse kontrolliert abzubauen.
Chemische Beständigkeit: Ein Material für die Industrie
Prusament TPU 95A ist nicht nur flexibel, sondern auch chemisch extrem widerstandsfähig. Es hält Kontakt mit vielen Industrieölen, Fetten und gängigen Lösungsmitteln stand, ohne aufzuquellen oder spröde zu werden. Das macht es zur ersten Wahl für Werkstatt-Equipment oder Automotive-Prototypen. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der Beständigkeiten.
Anwendungsbeispiele: Vom Prototyp zum Funktionsteil
In der Praxis zeigt das Prusament TPU 95A seine wahre Stärke. Hier sind einige reale Fallstudien:
- Maschinenbau: Individuelle Dichtungsringe, die genau auf eine spezifische Nut passen. Dank der 95A Härte lassen sie sich exakt einpressen und dichten hervorragend gegen Wasser ab.
- Robotik: Soft-Gripper-Aufsätze. Die Flexibilität erlaubt es Robotern, empfindliche Gegenstände (wie Eier oder Glas) zu greifen, ohne sie zu beschädigen, während die Reibung des TPU für sicheren Halt sorgt.
- Sportequipment: Individuelle Dämpfungselemente in Fahrradgriffen oder Schuhsohlen-Einlagen zur Schockabsorption.
- Drohnenbau: Vibrationsdämpfer für Kamerasysteme (Gimbals). Hier wird die hohe thermische Stabilität wichtig, wenn Motoren warm werden.
Produktvideos
| Eigenschaft | Wert |
| Material | Thermoplastisches Polyurethan (TPU) |
| Härte (Shore A) | 95A |
| Dichte | 1.22 g/cm³ |
| Zugfestigkeit | 48 MPa |
| Bruchdehnung | 580% |
| Drucktemperatur | 230–250 °C |
| Heizbetttemperatur | 45–60 °C |
| Max. Einsatztemperatur | 90 °C |
| Durchmessertoleranz | ±0.03 mm |
| Chemische Beständigkeit | Exzellent gegen Öle, Fette und Ozon |
| AMS-Kompatibel (Bambu Lab): | Kompatibel mit AMS-System |
|---|---|
| Chemisch: | Chemisch-Beständig, Hohe chemische Beständigkeit |
| Eigenschaften: | Chemisch-Beständig, Flexibel |
| Flexibilität: | Shore 95A |
| Temperaturbeständig: | bis -30°C, bis 70 °C |
| Öle,FetteLösungsmittel: | Beständig geg. Öle, Fette u. Lösungsmittel |
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