Silikon hat sich bisher gegen Desktop-3D-Drucker gewehrt. Es lässt sich nicht schmelzen, nicht durch eine Standard-Düse pressen, nicht auf eine Spule wickeln. Wer Silikonteile brauchte, brauchte Spritzguss – oder Industrieanlagen ab 13.000 €. Der Prusa XL Silicone Printing Toolhead ändert das. Nicht mit einem Kompromiss. Mit echter Chemie.
20×
günstiger als bisherige
Desktop-Silikondruck-Systeme
~8 min
bis das gedruckte Silikon
abgenommen werden kann
5
Toolheads gleichzeitig –
verschiedene Shore-Härten
Das steckt hinter der Liquid-Filament-Technologie
Jede der beiden Silikon-Komponenten steckt in einem dünnen Kunststoffschlauch – aufgerollt auf eine gewöhnliche Spule. Im Toolhead schneidet ein spezialisierter Cutter die Außenhülle ab. Die zwei Flüssigkerne laufen in eine Präzisionsmischdüse, reagieren dort exakt dosiert miteinander und werden schichtweise aufgetragen. Was entsteht, ist kein Silikon-ähnliches Polymer. Es ist echtes, hitzebeständiges Silikon.
Präzisionsmischdüse: hier reagieren Komponente A und B zu echtem, hitzebeständigem Silikon.
Was jetzt mit 3D-Druck möglich ist
FDM und Silikon im selben Druck
Ein oder mehrere Standard-FDM-Köpfe drucken das Grundgerüst, der Silicone Toolhead trägt das elastische Material direkt darauf auf – in einem einzigen Job, ohne Unterbrechung, ohne Kleber. Overmolding am Desktop, schichtgenau.
Verschiedene Shore-Härten in einem Teil
Mit bis zu fünf Silicone Toolheads, bestückt mit unterschiedlichen Zweikomponenten-Silikonen, entstehen Zonen verschiedener Steifigkeit im selben Objekt. Harter Kern, weiche Hülle – oder genau umgekehrt.
Typische Anwendungsfälle
- Dichtungen und Industriegaskets mit präziser Geometrie
- Dämpfungselemente und weiche Kontaktflächen
- Flexible Gelenke direkt ins Bauteil integriert
- Medizinische Modelle, Prothesen-Prototypen, Gießformen
- Direkt umspritzte FDM-Teile ohne Spritzguss
Silicone Toolhead vs. bisherige Alternativen
| Eigenschaft |
Prusa XL + Silicone Toolhead |
Industrielle Dosieranlage |
| Echtes Zweikomponenten-Silikon |
✓ |
✓ |
| Desktop-Format |
✓ |
✗ |
| Kombination mit FDM im selben Druck |
✓ |
✗ |
| Verschiedene Shore-Härten in einem Teil |
✓ (bis 5 Köpfe) |
Kaum realisierbar |
| Slicing mit PrusaSlicer |
✓ – keine Sondersoftware |
Proprietär |
| Einstiegskosten |
ca. 20× günstiger |
ab ~13.000 € |
Ausblick
Silikon ist erst der Anfang.
Die Liquid-Filament-Technologie von Filament2 ist materialoffen. Polyurethane, Industrieepoxide und andere Pastenmaterialien sind bereits in Entwicklung. Patentiert, aktuell exklusiv für Prusa. Wer heute einsteigt, hat die Plattform, wenn die nächsten Materialien kommen.
Kompatibilität:
Ausschließlich für den Original Prusa XL mit Toolchanger (1–5 Köpfe). Die Installation erfordert eine semi-permanente Modifikation. Nicht kompatibel mit MK4S, CORE One oder anderen Prusa-Modellen.
Häufige Fragen
Ist das wirklich echtes Silikon – oder ein Polymer-Imitat?
Echtes, hitzebeständiges Zweikomponenten-Silikon. Kein TPU, kein Elastomer-Filament. Die Materialeigenschaften – Flexibilität, Hitzebeständigkeit, chemische Stabilität – entsprechen dem, was man aus industriellen Silikonteilen kennt.
Wie lange dauert das Aushärten?
Rund acht Minuten nach dem Druck kann das Teil von der Platte genommen werden. Ohne Wärmequelle, ohne UV-Licht – allein durch die Reaktion der beiden Komponenten.
Brauche ich Spezialsoftware?
Nein. Modell in PrusaSlicer laden, Toolhead zuweisen, drucken. Kein neuer Workflow, keine separate Lizenz.
Kann ich den Silicone Toolhead zusammen mit FDM-Köpfen nutzen?
Genau das ist der Kern. Der XL trägt bis zu fünf Köpfe gleichzeitig – beliebige Kombinationen aus FDM und Silicone Toolhead. FDM-Struktur und Silikondruck, im gleichen Teil, im gleichen Job.